Statement zur Afrikanischen Schweinepest

 

Sehr geehrte Kunden der K&K Premium Jagd,
liebe Jägerinnen und Jäger,


das Thema „Afrikanische Schweinepest“ ist allgegenwärtig und fast täglich gibt es neue Wasserstandsmeldungen dazu. Neben den Baltischen Staaten und Polen, Weißrussland, Rumänien, Italien(Sardinien), Bulgarien und Tschechien ist die ASP inzwischen in Belgien ausgebrochen und dort sind über 40 verendete Stücke Schwarzwild gefunden worden. Ob der Virus durch Soldaten eingeschleppt wurde, die in den baltischen Staaten an Manövern teilgenommen haben, oder durch kontaminierte Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter aus den betroffenen Regionen oder gar durch das Aussetzen von infiziertem Schwarzwild, ist bis jetzt nicht geklärt.


Seitens K&K bieten wir seit 2 Jahren keine Jagden( Einzeljagden, Gruppenjagden) mehr in den betroffen Gebieten wie den baltischen Staaten, Nord-und Ostpolen sowie Weißrussland an. Wir sind uns unserer Verantwortung von Anfang an bewusst gewesen, nur Reisen in Gebiete anzubieten, die weit genug entfernt von den Gebieten liegen, in denen die ASP aufgetreten ist. Sie haben das wahrscheinlich im Unterbewusstsein wahrgenommen, dass wir gewisse Regionen seit 2 Jahren gar nicht mehr anbieten. Fast wöchentlich sind wir in Kontakt mit dem Friedrich-Löffler-Institut in Berlin und mit dem Umweltministerium in Düsseldorf. Damit stellen wir sicher, dass die von uns angebotenen Jagdgebiete in Polen, Rumänien, Ungarn, Tschechien oder Bulgarien weit entfernt von den Gebieten liegen, in denen die ASP aufgetreten ist.


Nun tritt die ASP ja nicht flächendeckend auf, sondern punktuell. Entsprechend sind wir bestens vernetzt, um a) neue Fundherde gemeldet zu bekommen und um b) dann zu entscheiden, ob möglicherweise gewisse Jagdgebiete im erweiterten Radius der ASP-Gebiete liegen, die dann nicht mehr in Frage kommen und wir Jagden absagen.


Sie können also, Stand heute, weiterhin unbesorgt in unsere Vertragsreviere im In- und Ausland reisen.


Natürlich tragen wir Jäger, die im In-und Ausland jagen, eine enorme Verantwortung, den ASP-Virus nicht nach Deutschland oder gar in die EU einzuschleppen. Genauso wie die Millionen Transitreisenden, die jeden Tag die deutsche Grenze überqueren und möglicherweise infizierte Nahrungsmittel wie Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter in unser Land oder die EU einführen.


Wir unterstützen daher voll umfänglich den Maßnahmenkatalog des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.


1) Kontamination von Jagdhunden, Jagdausrüstung, Kleidung, Schuhwerk, Gerätschaften und Fahrzeugen mit Schweiß und Geweberesten von Sauen vermeiden. Alle Gegenstände, die Kontakt mit Schweinen oder Schwarzwild, Schweiß, Kot, Körperflüssigkeiten oder Geweberesten von Schwarzwild hatten, noch im Jagdland reinigen/waschen (z.B. Outfox-Wash eignet sich sehr gut bis 60 Grad Celsius und mehr) und desinfizieren. Das Mitführen von geeigneten Desinfektionsmitteln und Einmalhandschuhe sollte jeder Jäger praktizieren.
2) Das Reinigen von Fahrzeugen, die in den ASP-Länden zum Einsatz kamen, sollte vor dem Grenzübertritt erfolgen.
3) Wenn möglich auf die Mitnahme unserer Jagdhunde in diese ASP- Länder verzichten.
4) Jagdtrophäen und Schwarzwildprodukte aus betroffenen ASP-Ländern in jedem Fall desinfizieren und von einer zuständigen Veterinärbehörde bestätigen lassen.
5) Keine Wurst, Fleischprodukte und Hundefutter aus diesen ASP- Ländern und Nicht –EU-Ländern einführen.
6) Viele unserer Kunden sind Landwirte und Schweinehalter. Für Sie gilt, besonders vorsichtig mit dieser Thematik umzugehen.

 

Abschließend ist zu sagen, dass wir Jäger einerseits angehalten sind, das Schwarzwild auf das Schärfste zu bejagen. Unser Einsatz spiegelt sich ja auch in der letztjährigen Rekordstrecke mit über 800.000 Stücken Schwarzwild wieder. Und sicherlich ist Vorsicht bei der Jagdausübung im In-und Ausland geboten, nicht mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Andererseits fehlen mir im Moment die politischen Vorgaben, um die Afrikanische Schweinepest wirklich aus unserem Land herauszuhalten und den absehbaren volkswirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich für unser Land zu halten. Noch lässt sich unser erzeugtes Schweinefleisch verkaufen und exportieren. Aber nur solange die ASP in Deutschland noch nicht aufgetreten ist. Was wäre denn, wenn jetzt alle Mastbetriebe gebeten werden, sofort abzustallen und nicht mehr aufzustallen? Das Fleisch könnte noch in die Nahrungskette eingespeist und verkauft werden. Sicherlich, volkswirtschaftlich eine nachdenkenswerte Lösung, da die Schweine nicht gekeult und zum Abdecker gebracht werden müssten. Für den jeweiligen Betrieb ist das natürlich eine Katastrophe. Und für die nachrangig agierende Futtermittelindustrie auch. Daher gilt es zu evaluieren, was volkswirtschaftlich das kleinere Übel ist und wie den Betrieben dann finanziell geholfen werden kann, um den Betrieb umzustellen.


Im Moment entsteht nur der Eindruck, dass sich viele Politiker auf die Jäger fokussieren, aber nicht an die Wurzel der drohenden ASP herangehen. Wir Jäger, selbst wenn Deutschland eine schwarzwildfreie Zone würde, können die ASP nicht verhindern. Die Vektoren sind Millionen andere Menschen.

 

Ihr Kai-Uwe Kühl